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Wagnerstraße

Illuminatus Wagner wurde am 11. Januar 1882 in Freystadt bei Neumarkt/Opf. geboren. In einer tief religiösen kinderreichen Familie, aus der zwei Priester hervor gingen, wuchs er als jüngstes Kind auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte Wagner in Eichstätt Theologie und wurde dort auch am 29.Juni 1907 zum Priester geweiht. Seine seelsorgerische Tätigkeit begann er als Kaplan in Untermassing, von wo er in Folge mangelnder Gesundheit 1912 als Kaplanbenefiziat zu unserer lieben Frau nach Ingolstadt versetzt wurde. Nach zweijähriger Tätigkeit als Pfarrer in Wissing kehrte Wagner 1924 wieder an seine alte Wirkungsstätte in Ingolstadt zurück. 1934 siedelte er – wieder aus gesundheitlichen Gründen – nach Tutzing über, wo er als Religionslehrer an der Oberschule der Missions-Benediktinerinnen tätig war. Das Klösterl „Maria Hilf“ wurde ihm seine zweite Heimat. Hier fand er nun auch Zeit und Muße, seiner großen Leidenschaft, der Erforschung der Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg, nachzugehen. Bereits als Schüler war sein Interesse für die Leuchtenberger geweckt worden.
 
In Eichstätt kam er erstmals mit dem Namen Leuchtenberg in Berührung (Landgraf Friedrich III. war Bischof von Eichstätt gewesen), außerdem verbrachte er öfters seine Ferien in Leuchtenberg, wo sein ältester Bruder als Pfarrer tätig war. In Tutzing verfasste er sein Lebenswerk, die sechs Bände umfassende „Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg“, die in den Jahren 1951 – 1956 im Verlag Lassleben in Kallmünz erschienen sind. In Jahrzehnte langer gründlicher Forschungsarbeit entstand ein umfassendes, archivalisch belegtes Werk, das für Leuchtenberg- und Heimatforscher zum unentbehrlichen Standardwerk geworden ist. Wagner nahm alle erreichbaren Quellen und urkundlichen Nachrichten in sein Werk auf, er fertigte einen Stammbaum der Leuchtenberger an, der in seiner Genauigkeit alle anderen vor ihm übertraf. Wagner stellte keine Vermutungen an, er baute  keine Luftschlösser und überbrückte eventuelle Lücken nicht durch unbewiesene Konstruktionen, sondern seine Aussagen sind alle urkundlich belegbar. Nach seinen eigenen Aussagen hat er bei seiner Forschungsarbeit mehr als 10.000 Archivunterlagen gelesen, geprüft und ausgewertet, eine wahre „Sisyphusarbeit“, die kein Ende zu nehmen schien. Neben einer Unzahl kleinerer Beiträge verfasste er noch einige hoch interessante, die Landgrafen von Leuchtenberg betreffende Veröffentlichungen, so z.B. „Leuchtenberg in Geschichte und Sagen“, „Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg – der 200. Rektor der Universität Ingolstadt“, „56 Jahre im Dienste der Landgrafen von Leuchenberg – Aufzeichnungen des Kanzlers Dr. Johann Federl“.

In Würdigung seiner Verdienste um die Erforschung der Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg und um die Heimatgeschichte der Stadt Pfreimd wurde Illuminatus Wagner mit Stadtratsbeschluss vom 12. Juli 1957 zum Ehrenbürger der Stadt Pfreimd ernannt. Am Peter- und Paulstag 1957 konnte Wagner in voller Lebensfrische sein goldenes Priesterjubiläum feiern. Am 11. Januar 1962 feierte er im Kreise seiner Verwandten rüstig und lebensfroh seinen 80. Geburtstag. Der als gütig, hilfsbereit und menschenfreundlich bekannte Priester lebte stets bescheiden und unaufdringlich nach seinem Motto „nichts haben, nichts sein und nichts werden“. Am 7. Mai 1962 erlitt Wagner zu Beginn einer hl. Messe einen Schlaganfall, dem ein wochenlanges Krankenlager folgte. Ein sanfter Tod am 23. Juni 1962 erlöste Pfarrer Wagner von seinem schweren Leiden. Unter Teilnahme zahlreicher Trauergäste und den Abordnungen der Stadt Pfreimd, aus Freystadt und Leuchtenberg, deren Ehrenbürger er war, wurde Illuminatus Wagner am 26. Juni 1962 in Freystadt beigesetzt. Sein Lebenswerk lebt aber weiter, denn kein Leuchtenberg- und Heimatforscher unserer Gegend kann auf sein Hauptwerk, die „Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg“, verzichten.

In der Stadt Pfreimd wurde laut einstimmigen Stadtratsbeschluss eine Straße in „Wagner-Straße“ benannt.

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